Inspirationen


       Foto: André Elbing

So wie alles im Leben ist auch der Tanz ein stetiger Prozess. 

Inspirationen finden sich an jeder Ecke, in jeder Situation, in jedem Moment. Jeder Konflikt, jede Begeisterung kann den kreativen und bewegten Prozess fördern.

Meine ersten bewegten Schritte fanden im örtlichen Turnverein statt, bis dann bald der Wechsel zur ersten Tanzgruppe stattfand. Besonders geprägt hat mich die Dance Company der TG Nieder-Ingelheim unter der Leitung von Katrin Engel.  Dort lernte ich über viele Jahre über das Bewegungsrepertoire und grundlegende Techniken hinaus Disziplin, gemeinschaftlichen Zusammenhalt und Fitness, Fitness, Fitness. Wir bereisten verschiedene Wettkampfzonen - von den Deutschen Meisterschaften des DTB im Bereich Tanz sowie Europameisterschaften im Bereich Aerobic. Vielleicht wurden dort erste Brücken zum orientalischen Tanz gebaut, als wir eine mich prägende Tanzchoreografie unter dem Namen "Orientalische Traumreise" performten.

Eines Tages wachte ich jedoch auf und wusste, dass  ich eine individuellere, weniger auf Leistung ausgelegte Tanzform suchte. Und so fand ich den Orientalischen Tanz. Oder er fand mich. 

Erste Schritte lernte ich bei Leyla. Ich bin ihr dankbar dafür, eine völlig neue Bewegungsform und Herangehensweise an das Erlernen eines Tanzes erfahren zu haben. Es gab plötzlich kein "Falsch" und kein "Richtig" mehr, es gab plötzlich den Prozess, die Erfahrung, das Spüren eines weiten Weges und den neuen Zugang zum eigenen Körpergefühl. 

Besonders prägend empfinde ich auch den Theaterunterricht unter Ludwig-Christian Glockzin im Theater Combinale. Besonders im Hinblick auf Körpererfahrung (Stichwort "Durchlässigkeit"), aber auch in Bezug auf weltanschauliche Dinge (Dinge ernst und zugleich nicht so wichtig zu nehmen) lerne ich viel. 

Auch meine ärztliche Tätigkeit im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie kommt meiner tänzerischen Entwicklung zu Gute.  

Tanz ist eben das Leben.

Heutzutage lasse ich mich von verschiedenen Personen inspirieren. Allen voran zu nennen ist Rachel Brice, die eine völlig neue Tür zu einer mir bis dato unbekannten Tanzästhetik eröffnete. Besonders faszinierend finde ich die intensive Langsamkeit, mit der sie ihre Zuschauer in den Bann zieht - neben der bestechenden Technik, der Wichtigkeit von Gemeinschaftsgefühlen und dem bewussten Zugang zu all den anderen Bereichen, die der Tanz mit abdeckt (Qualität im Bereich der Materialien, logische Anpassung von Kostüm zum Tanz, handwerkliche Fähigkeiten, Didaktik, Strukturierung, musikalisches und anatomisches Verständnis, Leichtigkeit im Umgang mit sich selbst und anderen, und und und...)

Im deutschsprachigen Raum ist Raksan zu nennen, die eine unglaublich starke Bühnenpräsenz mitbringt. Sie festigt seit Jahren das Ansehen von Improvisation auf der Bühne und erarbeitet diesbezüglich spannende Konzepte.

Weitere Inspirationen sind Zoe Jakes und ihre unglaublich kreativen Performances, April Rose und ihre elfengleiche Eleganz, Bozenka und ihre mitreißende Ausstrahlung bei präzisester Technik, Inka und ihren tänzerischen Freigeist und viele, viele andere!

Seit neustem engagiere ich mich in dem Projekt "DisTanz-Ensemble". Die Idee dazu entstand während der Lübecker Museumsnacht 2016. Dort wollte ich eine Tanzperformance bieten, die zugleich nah und doch fern ist. Es entstand der Schaufenstertanz. Gerade im Bereich Bauchtanz/Orientalischer Tanz ist es mir wichtig aufzuzeigen, dass es eine Kunstform ist, die genauso wie andere Tanzformen Anerkennung verdient, u.a. auch auf der Bühne getanzt und somit aus der Distanz betrachtet werden können. Gemeinsam mit Alina Tereschenko und Marie Louise John verbinden wir westliche Tanzstile wie Modern Dance mit dem orientalischen Tanz.