Inspirationen


       Foto: André Elbing

So wie alles im Leben ist auch der Tanz ein stetiger Prozess. 

Inspirationen finden sich an jeder Ecke, in jeder Situation, in jedem Moment. Jeder Konflikt, jede Begeisterung kann den kreativen und bewegten Prozess fördern.

Ihre ersten bewegten Schritte fanden im örtlichen Turnverein statt. Doch schon bald darauf folgte der Wechsel zur ersten Tanzgruppe, die das innere Feuer für das Tanzen entflammte. Besonders prägend empfand Laura die Dance Company der TG Nieder-Ingelheim unter der Leitung von Katrin Engel. Dort lernte sie über viele Jahre hinweg ein vielfältiges Bewegungsrepertoire kennen und festigte gleichzeitig grundlegende Tanztechniken; darüber hinaus erfuhr sie jedoch auch Disziplin, gemeinschaftlichen Zusammenhalt und Fitness, Fitness, Fitness. Gemeinsam erkundeten sie verschiedene Wettkampfbereiche - von den Deutschen Meisterschaften des DTB im Bereich Tanz bis hin zu den Europameisterschaften im Bereich Aerobic. Vielleicht wurden dort erste Brücken zum orientalischen Tanz errichtet, als die Tanzchoreografie unter dem Namen "Orientalische Traumreise" entstand.

Eines Tages wachte sie jedoch auf und wusste, dass sie eine individuellere, weniger auf Leistung ausgelegte Tanzform suchte. Und so fand sie den Orientalischen Tanz. Oder er fand sie. 

Erste Schritte lernte sie bei Leyla. Sie war ihr dankbar dafür, eine völlig neue Bewegungsform und Herangehensweise an das Erlernen eines Tanzes erfahren zu können. Es gab plötzlich kein "Falsch" und kein "Richtig" mehr, es gab plötzlich den Prozess, die Erfahrung, das Spüren eines weiten Weges und den neuen Zugang zum eigenen Körpergefühl. Und es gab diese spannenden Rhythmen, die jede Musikerfahrung neu, überraschend, abwechslungsreich und mitreißend machte.

Besonders prägend empfand sie auch den Theaterunterricht unter der Leitung von Ludwig-Christian Glockzin im Theater Combinale in Lübeck. Besonders im Hinblick auf Körpererfahrungen (Stichwort "Durchlässigkeit"), aber auch in Bezug auf weltanschauliche Dinge (Dinge ernst und zugleich auch nicht so wichtig zu nehmen) konnte sie so viel Neues erfahren.

Auch ihre ärztliche Tätigkeit im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie fließt in ihre tänzerische Entwicklung mit ein.


Tanz ist eben das Leben.

Heutzutage lässt sich Laura von verschiedenen Persönlichkeiten inspirieren. Allen voran zu nennen ist Rachel Brice, die eine völlig neue Tür zu einer ihr bis dato unbekannten Tanzästhetik eröffnete. Besonders faszinierend empfindet sie die intensive Langsamkeit, mit der Rachel Brice im Rahmen ihrer Performances ihre Zuschauer in den Bann ziehen kann - neben der Kenntnis über eine präzise Technik, der Wichtigkeit von Gemeinschaftsgefühl und dem bewussten Zugang zu all den anderen Bereichen, die der Tanz mit abdeckt (Qualität im Bereich der Materialien, logische Anpassung von Kostüm zum Tanz, handwerkliche Fähigkeiten, Didaktik, Strukturierung, musikalisches und anatomisches Verständnis, Leichtigkeit im Umgang mit sich selbst und anderen, und und und...)

Im deutschsprachigen Raum ist Raksan zu nennen, die eine unglaublich starke Bühnenpräsenz mitbringt. Sie festigt seit Jahren das Ansehen von Improvisation auf der Bühne und erarbeitet diesbezüglich spannende Konzepte.

Weitere Inspirationen für Laura sind Zoe Jakes und ihre unglaublich kreativen Performances, April Rose und ihre elfengleiche Eleganz, Bozenka und ihre mitreißende Ausstrahlung bei präzisester Technik, Inka und ihren tänzerischen Freigeist und viele, viele andere!

Seit neuestem engagiert sich Laura in dem Projekt "DisTanz-Ensemble". Die Idee dazu entstand während der Lübecker Museumsnacht 2016. Dort wollte sie eine Tanzperformance bieten, die zugleich Nähe und Ferne beschreibt. Es entstand der Schaufenstertanz. Gerade im Bereich Bauchtanz/Orientalischer Tanz ist es Laura wichtig aufzuzeigen, dass es eine Kunstform ist, die genauso wie andere Tanzformen ihre Anerkennung verdient, und daher auch auf der Bühne getanzt und somit aus der Distanz betrachtet werden kann. Gemeinsam mit Alina Tereschenko und Marie Louise John verbinden sie als DisTanz-Ensemble westliche Tanzstile wie Modern Dance mit dem orientalischen Tanz.